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Seite 3: 123D Catch
Im Kern ist 123D Catch eine Anwendung, die auf Servern von Autodesk läuft und aus Fotoserien unbewegter Szenentexturierte 3D-Modelle berechnet. Zu Beginn hieß das kostenlose Angebot Project Photofly und ließ sich nur über einen Windows-Client benutzen. Inzwischen kann man den Cloud-Dienst auch über ein Web-Interface und eine kostenlose iPad-App beliefern. Für den Export und andere Operationen muss man sich mit einer Autodesk-ID anmelden, für die man sich gratis registriert.
Über die App nimmt man Fotoserien mit der iPad-Kamera auf, schickt die Bilder per Mobilfunk zum Server und bekommt nach einigen Minuten das 3D-Ergebnis aufs Tablet serviert. Hat der Scanversuch nicht geklappt, kann man gleich vor Ort einen zweiten starten. Allerdings beschränkt die App die Zahl der Fotos pro Scan auf 40 und bietet dem Nutzer keine Möglichkeit, das 3D-Modell durch manuelles Einfügen solcher Aufnahmen zu verbessern, die die Software zunächst verworfen hat.
Fürs manuelle Einfügen braucht man die Windows-Version von 123D Catch. Sie markiert von der Automatik nicht verwendete Bilder in der Leiste unten mit einem kleinen gelben Hinweisschildchen. Klickt man ein solches Bild doppelt, öffnet sich ein eigenes Fenster, das links das verworfene und rechts zwei der verwendeten Bilder anzeigt. Nacheinander markiert man in allen drei Bildern die Lage von vier markanten Punkten und wirft 123D Catch anschließend noch einmal an.
Im Fall unserer Hundestatuette reichte die Markierung solcher Punkte auf einem einzigen verworfenen Bild als Orientierung für die Software aus, um im nächsten Durchgang alle 17 bisher nicht berücksichtigten Fotos einzubeziehen und die Rückenansicht des Schnauzers zu ergänzen.
Der Windows-Client bietet außerdem eine Rechteck- und eine Lassoauswahl, um überflüssige Teile der Umgebung zu entfernen. Für den Export texturierter Modelle steht OBJ als Dateiformat zur Verfügung. Auf Wunsch erzeugt 123D Catch auch Videos mit Kamerafahrten von Foto zu Foto in beliebig wählbarer Reihenfolge.