Telekom-Chef ruft ver.di zur RĂĽckkehr an Verhandlungstisch auf
Während nach Gewerkschaftsangaben die Zeichen auf Streik stehen, appelliert Telekom-Chef René Obermann heute an die Gewerkschaft: "Ein Streik nützt niemandem."
Telekom-Chef René Obermann hat die Gewerkschaft ver.di aufgefordert, in der Frage des umstrittenen Stellenumbaus an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Ein Streik nützt niemandem", sagte er heute bei der Vorlage der Quartalszahlen in Bonn. Statt kurzfristig auf die Wahrung von Besitzständen zu pochen, sollte ver.di gemeinsam mit dem Management langfristige Perspektiven für das Unternehmen und seine Mitarbeiter erarbeiten. Die Gewerkschaft will heute das Ergebnis der Urabstimmung über einen Arbeitskampf bei der Telekom bekannt geben.
Dabei wird unter den aufgerufenen 18.000 Mitarbeitern des Konzerns mit einer großen Zustimmung für einen Streik gerechnet. Die Beschäftigen wollen sich damit gegen die Auslagerung von 50.000 Arbeitsplätzen in Service-Gesellschaften zur Wehr setzen. "Die Beteiligung an der Urabstimmung war sehr hoch. Dies zeigt, wie wütend die Mitarbeiter sind", sagte Ver.di-Bundesvorstand Lothar Schröder auf Anfrage. Erstmals seit Privatisierung des Unternehmens vor zwölf Jahren droht nun ein Arbeitskampf beim Bonner Unternehmen. Bei einer ausreichenden Zustimmung zum Streik rechnet er mit einem Beginn der Arbeitsniederlegung bereits an diesem Freitag.
Nach weiteren Angaben von Obermann steht die Telekom im Festnetzgeschäft weiterhin unter einem hohen Reformdruck. "In diesem Land herrscht ein gnadenloser Preiskampf", sagte er zur Entwicklung der Geschäfte in den ersten drei Monaten 2007. So verringerte sich das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um knapp 6 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. Der Konzernüberschuss halbierte sich sogar auf 0,5 Milliarden Euro.
Bei den traditionellen FestnetzanschlĂĽssen erlitt die Telekom erneut einen herben RĂĽckschlag: Das Unternehmen verlor ĂĽber 588.000 AnschlĂĽsse an die Konkurrenz. Im vergangenen Jahr hatten mehr als 2 Millionen Kunden der Telekom den RĂĽcken gekehrt. Im Gegenzug gewann die Telekom im ersten Quartal aber 572.000 neue DSL-Kunden. Beim Umsatz erwirtschaftet der Konzern ein Plus von 4,1 Prozent auf 15,4 Milliarden.
Siehe dazu auch:
- Telekom-Warnstreik liefert Vorgeschmack auf Arbeitskampf
- Wut und Sorgen bei Telekom-Urabstimmung
- Warnstreiks begleiten Beginn der Urabstimmung bei der Telekom
- Gewerkschaft: Telekom setzt ver.di-Mitglieder unter Druck
- Telekom-Streik soll Geschäftskunden treffen
- ver.di zeigt Telekom-Führung die Zähne
- ver.di-Tarifkommission fĂĽr Streik bei der Deutschen Telekom
- Telekom-Aktionäre entlasten Vorstand und Aufsichtsrat
- Pfiffe fĂĽr Telekom-Chef Obermann
- Telekom-Chef verzichtet auf zwei Monatsgehälter
- Erneut Warnstreiks bei der Deutschen Telekom
- Telekom-Chef hält Angebot für Konzernumbau aufrecht
- ver.di-Chef fordert Bund zum Einschreiten in Telekom-Konflikt auf
- Bsirske kündigt regulären Arbeitskampf bei der Telekom an
- Bei der Telekom stehen die Zeichen auf Streik
- Verhandlungen ĂĽber Telekom-Umbau ohne Ergebnis
- Obermann hält Übernahme der Telekom durch Finanzinvestoren für möglich
- Verhandlungen zwischen ver.di und Telekom in der Sackgasse
- Telekom schlieĂźt im Streikfall juristische ĂśberprĂĽfung nicht aus
- Gespräche zwischen Telekom und ver.di stehen Spitz auf Knopf
- ver.di und Telekom starten neuen Einigungsversuch ĂĽber Stellenumbau
- Pensionsfonds drohen Blackstone wegen Telekom-Umbau mit Sanktionen
- Gespräche über Stellenumbau bei Telekom auf des Messers Schneide
- Kundenflucht, Umbau-Streit: Harte Zeiten fĂĽr die Telekom
- Continental-Personalchef wechselt zur Telekom [Update]
- Telekom-Manager beteiligen sich an Gehaltsverzicht
- Verhandlungen ĂĽber Telekom-Konzernumbau gehen in neue Runde
- ver.di-Tarifkommission fordert im Streit mit Telekom Vorbereitungen fĂĽr Urabstimmung
- Telekom schließt Teilverkäufe der Service-Gesellschaften nicht aus
- Verhandlungen zwischen Telekom und ver.di vor dem Scheitern
- Telekom will Löhne bei T-Service um 12 Prozent kürzen
- Telekom und ver.di setzten Gespräche über Konzernumbau fort
- 12.000 Telekom-Mitarbeiter protestieren gegen Konzernumbau
- Eick und Schröder suchen Kompromiss
- ver.di stellt Weichen fĂĽr Streik bei der Deutschen Telekom
- ver.di droht Telekom mit Ausweitung der Warnstreiks
- Neue Verhandlungsrunde zwischen Telekom und ver.di begonnen
- Bundesweite Warnstreiks gegen Telekom-Umbau
- ver.di ruft Telekom-Mitarbeiter zum Warnstreik auf
- Telekom und ver.di stehen vor Machtkampf
- Ver.di-Chef droht mit Arbeitskampf bei der Telekom
- Weiter keine Einigung ĂĽber Telekom-Umbau
- Gespräche zwischen Telekom und ver.di über Konzernumbau stocken
- SPD: Neuausrichtung der Telekom gelingt nur mit den Beschäftigten
- Telekom will Gehälter für Berufsanfänger massiv beschneiden
- Linkspartei und ver.di fordern Eintreten gegen Telekom-Sparpläne
- Telekom nimmt im Streit mit ver.di Streik in Kauf
- ver.di-Chef mobilisiert seine Gewerkschaft gegen die Telekom
- Keine Annäherung zwischen Telekom und ver.di
- Streik als "letztes Mittel" im Streit um Telekom-Auslagerungspläne
- Telekom erwartet fĂĽr 2007 GewinnrĂĽckgang im Festnetz
- Telekom-Chef verteidigt Konzernumbau als Beschäftigungssicherung
- Weiter heftige Gewerkschaftsproteste gegen Telekom
- Telekom-Chef verteidigt Konzernumbau
- Telekom und ver.di nehmen Gespräche über Konzernumbau auf
- Neue Proteste gegen Telekom-Sparpläne
- DGB-Chef: Arbeitszeitverlängerung bei der Telekom ist "Lohnraub"
- ver.di geht auf Konfrontationskurs mit der Telekom
- DGB-Chef warnt vor Zerschlagung der Telekom
- Telekom-Chef sucht GlĂĽck im Ausland und Streit mit ver.di
- Telekom wird kĂĽnftig mit 2-Marken-Strategie auftreten
- T-Mobile Austria samt tele.ring mit verbessertem Ergebnis
- T-Mobile Deutschland bĂĽĂźt bei Umsatz, Gewinn und ARPU ein
- Anschlussverluste im Festnetz drĂĽcken Telekom-Gewinn
- Telekom-Aufsichtsrat stimmt Obermanns neuer Strategie zu
- Bericht: Telekom will 55.000 Arbeitsplätze auslagern
- Telekom: Keine Entlassungen, aber weniger Gehalt
(dpa) / (anw)