ver.di: Steinbrück soll im Streit um Telekom-Callcenter eingreifen
Die Telekom will 39 Callcenter schließen. Die rund 18.000 Mitarbeiter sollen nur noch an Standorten in 24 Städten arbeiten. Die Bundesregierung kontrolliert direkt und über die KfW 32 Prozent des Bonner Konzerns und ist damit größter Aktionär.
Die Gewerkschaft ver.di hat im Konflikt um die Schließung von Callcentern der Telekom Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) zum Eingreifen aufgefordert. "Bitte sorgen Sie mit ihrem Einfluss dafür, dass die Unternehmensleitung der Deutschen Telekom den gegenwärtigen verhängnisvollen Kurs verlässt (...) und sich einem ergebnisoffenen Dialog stellt", schreibt ver.di in einem Brief an Steinbrück. Die Bundesregierung kontrolliert direkt und über die KfW 32 Prozent des Bonner Konzerns und ist damit größter Aktionär.
Die Telekom will 39 Callcenter schließen. Die rund 18.000 Mitarbeiter sollen nur noch an Standorten in 24 Städten arbeiten. Knapp die Hälfte der Beschäftigten hätte einen Schreibtisch an einem neuen Standort. Derzeit verhandeln Vertreter der Telekom und Betriebsräte über den Umbau. ver.di kritisierte die Pläne, da die Betroffenen längere Fahrten zur Arbeit in Kauf nehmen müssten. Vor allem für Teilzeitkräfte lohnt sich aus Sicht der Gewerkschaft die Arbeit dann nicht mehr. Indirekt würden mit dem Umbau Arbeitsplätze abgebaut.
Die Bundesregierung hat sich bislang mit öffentlicher Kritik wegen der geplanten Callcenter-Schließungen zurückgehalten. Daran änderte auch der Protest der betroffenen Kommunen nichts, die bereits bei Steinbrück und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) protestiert hatten. Der geballte Protest der Städte gegen die Telekom-Pläne geht zurück auf eine Initiative von Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD).
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(dpa) / (jk)