Ver.di protestiert gegen Verkauf ostdeutscher Telekom-Callcenter
Die Dienstleistungsgewerkschaft sieht in dem geplanten Verkauf von zwei Callcentern in Gera und Leipzig eine "skandalöse Unternehmenspolitik gegen ostdeutsche Standorte".
Der Verkauf zweier Telekom-Callcenter in Gera und Leipzig ist bei der Gewerkschaft ver.di auf scharfe Kritik gestoßen. "Die Telekom betreibt eine skandalöse Unternehmenspolitik gegen die ostdeutschen Standorte", monierte der ver.di-Experte für Telekommunikation, Achim Fischer, heute in einer Mitteilung. "Die betroffenen Beschäftigten werden nach und nach in den Niedriglohnbereich gedrückt." In der Branche seien Tarifverträge Mangelware und schlechte Arbeitsbedingungen an der Tagesordnung.
Das Geraer Callcenter der Telekom-Tochter Vivento Customer Services (VCS) mit 136 Beschäftigten wird an das Hamburger Unternehmen D+S europe verkauft. Nicht betroffen davon ist das zweite Telekom-Callcenter in Gera mit mehr als 200 Mitarbeitern, das nach Leipzig verlagert werden soll.
Die börsennotierte D+S europe AG hatte am Wochenende bekannt gegeben, dass sie zum 1. Dezember insgesamt fünf VCS-Callcenter übernehme: Neben denen in Gera und Leipzig auch die Standorte Berlin, Göttingen und Rottweil. Damit wechseln den Angaben zufolge mehr als 550 Beschäftigte zur D+S-Tochter TELDAS service center management GmbH. Die Deutsche Telekom habe für mindestens fünf Jahre Aufträge im Kundenservice und der Sachbearbeitung an D+S übertragen. Die Telekom-Tochter VCS war 2004 gegründet worden.
Das Dienstleistungsunternehmen D+S hatte erst im Juni ein neues Callcenter in Gera in Betrieb genommen, in dem nach früheren Angaben bis Jahresende 300 Mitarbeiter beschäftigt sein sollen. Langfristig sollen dort sogar bis zu 450 Arbeitsplätze entstehen.
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(dpa) / (anw)