Einigungsstelle soll Streit um Telekom-Callcenter schlichten
Es sollten 39 Standorte geschlossen und auf 24 Städte zusammengezogen werden. Vor der letzten Gesprächsrunde hatte die Telekom ein verbessertes Angebot vorgelegt, das den Erhalt der Callcenter in Trier und Schwerin sowie höhere Sozialleistungen vorsah.
Der festgefahrene Streit zwischen Deutscher Telekom und ver.di um die geplante Schließung von Callcentern soll jetzt über die Einigungsstelle geschlichtet werden. Wie ein Sprecher der Telekom sagte, wollten sich Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter am Abend mit einem Schlichter an den Tisch setzen. Die Gespräche sollen zunächst bis Donnerstag laufen. Beide Seiten einigten sich auf den Präsidenten des Landesarbeitsgerichts Hannover, Gert-Albert Lipke, als unparteiischen Vorsitzenden. Nach dem Scheitern der dritten Gesprächsrunde Ende Oktober hatten die Verhandlungsparteien die Einigungsstelle angerufen.
"Wir hoffen auf ein tragfähiges Ergebnis", sagte der Sprecher weiter. Der Konzern will die Zahl seiner Callcenter deutlich reduzieren. Ursprünglich sollten 39 Standorte geschlossen und auf 24 Städte zusammengezogen werden. Vor der letzten Gesprächsrunde hatte die Telekom ein verbessertes Angebot vorgelegt, das den Erhalt der Callcenter in Trier und Schwerin sowie höhere Sozialleistungen vorsah.
Von dem Umbau, der Einsparungen von jährlich 57 Millionen Euro vorsieht, sind rund 8000 Callcenter-Beschäftigte und damit praktisch jeder zweite Arbeitsplatz in dem Bereich betroffen. Die Gewerkschaft ver.di hatte das nachgebesserte Angebot als "Schmierenkomödie" bezeichnet und befürchtet, dass nach dem Umbau Standorte verkauft werden könnten.
Betroffene Mitarbeiter demonstrierten in den vergangenen Wochen bundesweit gegen den Arbeitsplatzabbau. Gegen die Pläne der Telekom regte sich auch massiver Protest der betroffenen Städte sowie einiger Bundespolitiker.
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(dpa) / (jk)