Ehemaliger AOL-Chef erwägt Angebot für Yahoo

Jonathan Miller hoffe, den Yahoo-Aktionären 20 bis 22 Dollar pro Aktie bieten zu können. Damit käme Miller seinem früheren Arbeitgeber in die Quere.

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  • dpa

Der frühere AOL-Chef Jonathan Miller arbeitet laut einem Zeitungsbericht an einem Angebot für Teile von Yahoo oder gleich den ganzen Internet-Konzern. Miller verhandele seit Monaten mit Finanzinvestoren und Staatsfonds über die Finanzierung eines solchen Deals, berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf informierte Personen. Nach dem Scheitern des Übernahmeversuchs durch den Softwarekonzern Microsoft steuert Yahoo in eine ungewisse Zukunft. Mitbegründer Jerry Yang trat vor einigen Tagen als Konzernchef zurück. Immer wieder tauchen derzeit aber auch Gerüchte auf, dass Microsoft und Yahoo zumindest über einen Kauf des Yahoo-Suchmaschinengeschäfts durch Microsoft verhandeln.

Miller hoffe, den Yahoo-Aktionären 20 bis 22 Dollar pro Aktie bieten zu können, berichtete die Zeitung nun. Ein solcher Preis würde Yahoo insgesamt mit 28 bis 30 Milliarden Dollar bewerten. Die Aktie lag nach dem Zeitungsbericht am Dienstag um gut sechs Prozent im Plus – kostete dabei aber nur 11,40 Dollar. Microsoft hatte noch mehr als 30 Dollar je Aktie geboten.

Damit käme Miller seinem früheren Arbeitgeber in die Quere. Denn Yahoo verhandelt Medienberichten zufolge weiter mit dem Wettbewerber AOL über eine Übernahme. Zuletzt hieß es, Yahoo würde von AOL das Portal- und Werbegeschäft übernehmen und die AOL-Mutter Time Warner dafür am neuen Konzern beteiligen. AOL war als Portal-Betreiber und Anbieter von Internet-Zugängen einer der amerikanischen Internet-Pioniere. Die Fusion mit Time Warner Anfang des Jahrzehnts gilt jedoch als Misserfolg.

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(dpa) / (jk)