Elektrobranche trotz Krise vorsichtig optimistisch
Die deutschen Elektro- und Elektrotechnikfirmen seien in einer guten Wettbewerbsposition, sagte VDE-Präsident Josef Nossek zum Auftakt des Verbandskongresses zu Zukunftstechnologien in München und warnte vor einem akuten Ingenieursmangel.
Die deutsche Elektrobranche blickt trotz der schwächelnden Konjunktur vorsichtig optimistisch auf die kommenden Monate. Trübe Stimmung sei nicht angebracht, sagte Josef Nossek, Präsident des Verbandes Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE), am heutigen Montag in München. "Der deutsche Technologiedampfer hat das Potenzial, auch bei konjunkturellem Wellengang Fahrt aufzunehmen." Die deutschen Elektro- und Elektrotechnikfirmen seien in einer guten Wettbewerbsposition. Gleichzeitig warnte der Verband vor einem akuten Ingenieursmangel.
Zwar habe sich die Finanzkrise besonders in verbrauchernahen Branchen zuletzt bemerkbar gemacht, sagte VDE-Vize Joachim Schneider. "Bremsspuren werden wir in diesem Jahr auf jeden Fall sehen." Die Geschäfte mit Infrastrukturprodukten zum Beispiel für die Telekom-Branche liefen aber nach wie vor gut. Eine Prognose für 2009 falle derzeit allerdings schwer. In diesem Jahr rechnet die Branche mit einem Umsatzwachstum um rund vier Prozent auf knapp 190 Milliarden Euro.
Sorgen bereite dagegen der mangelnde Nachwuchs in Forschung und Entwicklung, sagte Nossek. Die Mehrheit der im VDE organisierten Unternehmen wolle ihren Anteil an Ingenieuren weiter erhöhen, fürchte aber den Bedarf nicht decken zu können. Die derzeit rund 9000 Absolventen pro Jahr seien zu wenig, um den Bedarf decken zu können. "Ich denke, dass wir deutlich über 10.000 Absolventen jedes Jahr brauchen." Derzeit seien in der Branche rund 80.000 Menschen mit Forschungsaufgaben beschäftigt.
In München tagen noch bis zu diesem Mittwoch etwa 1500 Experten der Elektro- und IT-Branche auf dem diesjährigen VDE-Kongress "Zukunftstechnologien – Innovationen, Märkte, Nachwuchs". Die Veranstaltung findet alle zwei Jahre statt. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt laut VDE auf der zunehmenden Vernetzung von Mikroelektronik und Informationstechnik mit Anwendungen in der mobilen Kommunikation oder Energietechnik.
Zur Finanzkrise und der drohenden Rezession siehe auch:
- Die IT-Branche und die Krise: Sie kommt, sie kommt nicht, sie kommt ...
- 1&1 stellt trotz Finanzkrise weiter Mitarbeiter ein
- Electronic Arts baut bis zu 6 Prozent seiner Arbeitsplätze ab
- Auswirkungen der Finanzkrise: Konjunkturängste und Konjunkturhilfen
- Toshiba mit Verlust und UmsatzrĂĽckgang
- Sony mit erwartetem Gewinneinbruch
- Infineon-Chef verteidigt Jobabbau
- SAP senkt Prognosen wegen Finanzkrise
- Finanzkrise schlägt 2009 auf deutschen Arbeitsmarkt durch
- Kreditkrise schlägt auf Venture Capital-Branche durch
- Microsoft spĂĽrt die Auswirkungen der Finanzkrise
- Frankreich grĂĽndet Staatsfonds fĂĽr SchlĂĽsselindustrien
- Deutscher Halbleitermarkt legt Rückwärtsgang ein
- Tim O'Reilly sieht heilsame Wirkung der Finanzkrise fĂĽrs "Web 2.0"
- Amazon steigert Gewinn und gibt pessimistischen Ausblick
- IT-Branche spĂĽrt noch keine Auswirkungen der Finanzkrise
- IAB: Fachkräftemangel wird oft übertrieben dargestellt
- Yahoo baut nach Gewinneinbruch 1400 Stellen ab
- Apple trotzt der Krise
- Sun in Turbulenzen
- Texas Instruments nach Gewinneinbruch auf Talfahrt
- Ericsson sieht keine Auswirkungen der Finanzkrise
- Telekom-Chef sieht keine Gefahren durch Finanzkrise
- Die Finanzkrise trifft auch Microsoft
- Handy-Markt wächst langsamer als prognostiziert
- TecDAX fällt nach frühen Gewinnen ab
- Sony Ericsson rutscht in die Verlustzone
- Google streut Zuversicht
- AMD ĂĽberrascht mit deutlich verringertem Verlust
- Nokias Gewinn bricht ein
- Telekommunikationsbranche bĂĽĂźt wegen Wettbewerbs Umsatz ein
- eBay senkt Umsatz- und Gewinnerwartung
- Fachkräftemangel und Finanzkrise beschäftigen die IT-Branche
- Intel lässt die Börsianer im Unklaren
- Finanzkrise bremst Wachstum bei mobiler Werbung
(dpa) / (vbr)