Siemens-Aufsichtsrat: Korruptionsskandal kostete tausende Arbeitsplätze

Durch Korruptionszahlungen sei die wirtschaftliche Misere im ehemaligen Siemens-Telekommunikationsbereich "verschleiert, vertuscht und unter den Teppich gekehrt" worden, sagt Aufsichtsrat Heinz Hawreliuk in einer ZDF-Dokumentation.

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  • dpa

Der Schmiergeldskandal bei Siemens hat nach Einschätzung von Aufsichtsrat und IG-Metall-Funktionär Heinz Hawreliuk tausende Arbeitsplätze gekostet. Durch Korruptionszahlungen sei die wirtschaftliche Misere im ehemaligen Siemens-Telekommunikationsbereich "verschleiert, vertuscht und unter den Teppich gekehrt" worden, sagt Hawreliuk in der ZDF-Dokumentation "Der Fall Siemens: Der Konzern und die Korruption", die am nächsten Mittwoch (1. Oktober) ausgestrahlt werden soll.

"Bei Siemens sind Arbeitsplätze verloren gegangen, weil die Schwächen des Bereichs von Korruptionszahlungen überdeckt worden sind, die zu künstlich zugeführten Aufträgen geführt haben", sagte Hawreliuk. Die Bestechungspraktiken seien mitverantwortlich für die BenQ-Mobile-Krise und den Niedergang der Siemens-Telecomsparte.

Das Handygeschäft war 2006 an den taiwanischen Konzern BenQ gegangen. Ein Jahr darauf kam die Insolvenz. Mehr als 3000 Beschäftigte in Deutschland verloren ihren Job. Im größten Schmiergeld-Skandal der deutschen Wirtschaftsgeschichte geht es insgesamt um 1,3 Milliarden Euro an dubiosen Zahlungen.

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(dpa) / (anw)