IG-Metall-Chef: "Wir wollen Nokia-Arbeitsplätze erhalten"
Berthold Huber drohte dem finnischen Handy-Konzern mit dem "teuersten Sozialplan, den das Land je gesehen hat", während aus dem Arbeitgeberlager die Schließung des Nokia-Werks in Bochum verteidigt wurde.
Die IG Metall will die Arbeitsplätze des von der Schließung bedrohten Bochumer Nokia-Werks retten. "Wir wollen die Arbeitsplätze erhalten und Lösungen für die Zukunft", sagte IG-Metall-Chef Berthold Huber dem Tagesspiegel. Ein Sozialplan stehe deshalb momentan nicht zur Debatte. Sollten die Bemühungen allerdings erfolglos bleiben, werde der finnische Handy-Konzern ordentlich zur Kasse gebeten. "Das wird der teuerste Sozialplan, den das Land je gesehen hat. Das muss Nokia wissen", sagte Huber.
Huber plädierte für neue Gesetze, damit nicht der Profit das Geschehen bestimme und die Menschen zum Spielball mache. Es sei ein Hohn, dass Verlagerungskosten in Deutschland als Betriebsausgaben steuerlich absetzbar seien, sagte er.
Der Vizepräsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Randolf Rodenstock, meinte dagegen, die Schließung des Nokia-Werks sei angesichts der hohen Lohnkosten in Deutschland eine "sachlich richtige Entscheidung". In Bochum handle es sich um einfachste angelernte Montagetätigkeiten, und dafür sei Deutschland grundsätzlich leider nicht mehr geeignet, erklärte Rodenstock gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung. Nokia habe 20 Jahre lang Menschen beschäftigt. Wenn ein solches Unternehmen sage, dass es aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr gehe, dann dürfe man es auch nicht "prügeln", sagte Rodenstock. Allerdings sei die Information darüber ein "Kommunikations-GAU".
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(dpa) / (jk)